Dienstag, Juni 21, 2016

Rezension: Der Elefant, der das Glück vergaß - Ajahn Brahm







Ich habe am Abend des 20. 06. 2016 das Buch "Der Elefant, der das Glück vergaß" beendet und somit meine Lizenz zum Glücklichsein, von Ajahn Brahm persönlich, erhalten, juhu! Was es mit damit und allgemein mit dem Elefantenbuch auf sich hat, erfahrt ihr hier.







Unterhaltung und Lebensschule: Geschichten, die Herz und Seele berühren


"Der Elefant, der das Glück vergaß" - Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden: Ein gebundenes, 235 seitiges Buch von dem buddhistischen Mönch und Bestsellerautor Ajahn Brahm, vermarktet vom Verlag Lotos. Die amerikanische Originalausgabe "Don't Worry, Be Grumpy" erschien im Herbst 2014, die deutsche Übersetzung ein halbes Jahr später. 

Das Buch ist eine Ansammlung von insgesamt 108 Kurzgeschichten, aus dem Leben von Ajahn Brahm. Er erzählt selbst erlebte, gelehrte oder von Bekannten erzählte Geschichten, die jeweils eine bis zehn Seiten lang (oder eher kurz) und locker, umgangssprachlich geschrieben sind, als würde Brahm sie wortwörtlich, persönlich so erzählen.
Kapitel sind beispielsweise:
  • Die Löschtaste drücken
  • Am besten 70 Prozent
  • Drei meiner unvergesslichsten Fehlleistungen
  • Heilige Scheisse
  • Sie haben das Recht, nicht glücklich zu sein
Teilweise bauen die Kapitel aufeinander auf oder hängen zusammen (zum Beispiel "Der Tyrann", "Bürokratische Tyrannen" und "Tyrannei in der Vorstandsetage"), jedoch muss man das Kapitel vorher nicht zwangsläufig gelesen haben, um das darauffolgende Kapitel zu verstehen.

Inhaltlich sind die Geschichten und Themen jedem bekannt, alltäglich und allgegenwärtig. Ernsthafte Themen wie Werte, der Tod, Stress und Glück werden in Stories dargestellt und verpackt, die zum schmunzeln und nachdenken bringen, teilweise verblüffen oder die eigenen Ansichten bestätigen. Die Geschichten sind nicht abgehoben, egal, wie merkwürdig sie manchmal erscheinen mögen; sie können wirklich so passiert sein und man schenkt ihnen Glauben, dass es tatsächlich so war, wie Brahm es wiedergibt. Auch sensible Themen werden so eingebunden, dass sie kein Salz in die Wunde streuen oder Angst einjagen, sondern eine andere Perspektive beleuchten, die zum nachdenken anregt.

Beiläufig lernt man Fakten über den Buddhismus. Diese fließen, im passenden Zusammenhang, in das Geschehen der Geschichten mit ein. Häufig enden die Kapitel mit einer Einsicht beziehungsweise einem Fakt, einer Annahme oder einem Appell, manchmal auch mit dem Abschluss einer Konversation (die Konversationen sind immer in wörtlicher Rede wiedergegeben) und sind immer vollends abgeschlossen und abgerundet.


"Wenn ein Freund sie um Hilfe bittet, ist das immer auch Ihr Problem. Denn dafür sind Freunde nun einmal da."


Alles in allem ist das Buch inspirierend, witzig und bildend. Es ist ein guter Zeitvertreib und die kurzen, unabhängigen Kapitel machen es möglich, immer mal wieder reinzuschauen, ohne sich wieder einfühlen zu müssen. Man kann es zur Hand nehmen, wenn einem nach lesen ist und es aufgrund der Kapitellänge auch schnell wieder beenden (so bleibt das Ich-Kann-Nicht-Mitten-Im-Kapitel-Aufhören-Gefühl weg). Optimal für Leser, die sich nicht an eine feste Story binden wollen, nicht in etwas versinken wollen, sondern einfach nur hin und wieder mal die Nase in ein Buch stecken und etwas lesen möchten.  Die Kapitel lassen sich portionieren: Jeden Tag ein Kapitel oder jeden Tag die Kapitel zum Thema X oder man wählt einfach ein Kapitel aus, was einen gerade interessiert. Es ist also auch zum Queerbeet-Lesen geeignet und kann immer mal wieder aus dem Regal geholt werden.

Das Buch hat mich angesprochen, da mich der Buddhismus sehr interessiert und ich einen "Lückenstopfer" benötigte. Ich persönlich bin allerdings der Typ Leser, der eine Geschichte braucht, die fesselt, mit einem Protagonisten, mit dem ich mich identifizieren kann und was ich am liebsten in einer Nacht verschlingen würde. Für dieses Buch brauchte ich dementsprechend lang, weil es mich nicht in den Bann gezogen hat. Ich konnte maximal 5 Kapitel am Stück lesen, da es sonst zu viel Intus gewesen wäre, den ich hätte sortieren und verarbeiten müssen. Demnach kam ich nur schwer voran, immerhin sind 5 Kapitel auch nur 15 Seiten (+/-), was mich etwas frustriert hat. Ich wusste, dass das Buch kein richtiges Ende hat und es gibt keine Höhepunkte oder Wendungen (höchstens in den jeweiligen Geschichten), was mir den Reiz weiterzulesen genommen hat.

Dennoch hat mich das Buch zum Nachdenken angeregt und ich habe bestimmte Lieblingskapitel, die mich besonders geprägt haben. Ich habe etwas über den Buddhismus gelernt und über Themen nachgedacht, die ich sonst ausblenden würde. Ich werde vermutlich noch öfters auf das Buch zurückgreifen und mir Kapitel rauspicken, die ich noch einmal lese.

Das Buch ist auf jeden Fall eine Kaufempfehlung wert, vor allem für diejenigen, die Nach-Lust-Und-Laune-Leser sind oder für jene, die einfach mal etwas Lockeres für Zwischendurch suchen!











Neugierig?
Hier gibt es das Buch zu kaufen (auch als Hörbuch (CD / Download) und als eBook)
Hier ist der Vorgänger "Die Kuh, die weinte" (auch als Hörbuch (CD / Download) und als eBook)

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